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Das Todesorakel aus Band 3

Einen bangen Augenblick lang geschah nichts, doch dann formte sich ein unscharfes Bild vor der Rückwand. Es wirkte ätherisch, als würde es aus Nebelschwaden bestehen. Das Bild vor Ardens Augen flirrte wie eine Fata- Morgana in der Hitze der Wüste und eine schlanke Frauengestalt nahm langsam Form an. Sie war fast nackt. Den kahlen Kopf in Mullbinden gewickelt, die auch ihre Augen verdeckten. Nur die Nase und Mund blieben frei. Von ihren schönen, vollen Lippen ging dieses unheimliche Wispern aus, das Arden Gänsehaut bescherte. Sie waren dunkel, nicht kirschrot, ihre Farbe ließ Arden eher an getrocknetes, braunes Blut denken, als an ein Glas Burgunder.

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Die Elfenkriegerin Morma aus Band 3
 

„Sieh mal einer an, der Wolf im Schafspelz ist ein Romantiker. Wer hätte das gedacht?“, erklang eine amüsierte Stimme über ihm.

Alasdair riss den Kopf herum und starrte die dunkle Gestalt auf dem Dach an. Ein Kribbeln lief über seinen Nacken die Wirbelsäule runter – das Zeichen für mächtige Magie in seiner Nähe.

„Morma?“ Die Elfe war die Letzte, mit der er hier gerechnet hätte. Verdammt, was will die denn hier? Morma in der Nähe von Awa und Bohumil zu wissen, machte ihn unruhig, zumal er wusste, dass sie immer auf den direkten Befehl ihrer Königin handelte. Was für einen Grund hatte Nurit, sie hierherzuschicken?

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Der Sündenfresser aus Band 3

 

Ein bizarres Bild, das er da abgab mit den zu großen Händen und Füßen, die im Vergleich zu seinen dünnen Gliedern nahezu riesig wirkten. Wie brüchiges Pergament spannte sich die grauweiße Haut, stellenweise von braunen Lederstücke bedeckt, über Knochen und zuckende Sehnen der Kreatur. Um den Hals trug sie eine Kette mit fünf Krallen, die den ihren erstaunlich ähnlich sahen. Waren es Trophäen – Andenken an getötete Artgenossen – oder Erinnerungen an verstorbene Familienmitglieder? Der Sündenfresser schien nicht der Typ zu sein, der Wert auf sein Äußeres, geschweige denn auf Schmuck legte, umso verwunderlich war es, das er so etwas trug.

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Feuerdämonin Maharet aus Band 3

„Du bist eine Feuerdämonin?“

„Eine Nargol, ja.“

„Wie unterscheiden sich die Logran von den Nargol?“

„Nicht großartig. Wir sind alle Kinder Neracors. Lieben und brauchen Feuer. Die Logran leben im Norden um die Feuersee, während die Nargol die Berge und die Wüste bevorzugen.“

„Maharet!“, rief sie aufgeschreckt, als sie realisierte,  dass die Dämonin nicht mehr in ihrer Nähe war. Arden zwang sich, flacher zu atmen. Das laute Rauschen des Blutes in ihren Ohren übertönte jedoch die Geräusche um sie herum.

Sie bekam keine Antwort.

„Mahareeet!“, schrie sie nahezu hysterisch und der Verzweiflung nahe. Aufgelöst und orientierungslos drehte sie sich im Kreis und die Mischung aus Anstrengung und Angst ließ sie schwindeln. Das schweißnasse T-Shirt klebte unangenehm an ihrer Haut und sie konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. „Nein, nein, nein.“ Mit bebenden Fingern fuhr sie sich über die trockenen Lippen. „Was mache ich jetzt?“

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Flugdämon aus Band 3

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Unermüdlich stürzten sich die Dämonen auf die herumlaufenden Menschen, packten sie mit ihren Monsterklauen und zerrten sie in die Höhe. Es schien kein Entkommen zu geben. Arden unterdrückte die aufkeimende Furcht. Es war nicht die Größe der Kreaturen, die ihr Angst machte – sie waren kaum gewaltiger als ein gewöhnlicher Mann – sondern ihre Stärke. Unter der echsenhaften grauen Haut lagen die ausgeprägten und gut sichtbaren Muskeln, die sie zu gefährlichen Kraftpaketen machten. Ihre Füße und Hände hatten Klauen, genauso wie einzelne Flügelgelenke. Mit jedem Hieb waren sie imstande, die Haut und das Fleisch darunter bis auf den Knochen aufzuschlitzen. Sollte Arden das hier überstehen, würde sie die Erinnerung an die glühenden roten Augen in einem ovalen Schädel mit zwei langen, nach hinten gebogenen Hörnern auf ewig in ihren Albträumen verfolgen.

 

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