• Susan Sobrig

Selfpublishing - Eine bewußte Entscheidung


Bildquelle: Pixabay

Ein Buch ist wie ein Baby. Man trägt eine Idee in sich und tüftelt monatelang an ihrer Umsetzung. Wenn „das Baby“ dann da ist, sucht man einen Namen aus und kleidet es an. Alles Entscheidungen, die man selbst treffen kann. Niemand redet einem rein oder stellt einen vor vollendete Tatsachen.


Zugegeben, manchmal wäre ich auch froh gewesen, hätte man mir manche Entscheidungen abgenommen. Aber man kann sich bei einem Verlag nicht nur die Rosinen herauspicken, man muss das Komplettpaket nehmen, und dazu bin ich nicht bereit gewesen. Ich kann nicht Fremde darüber entscheiden lassen, wie mein Buch auszusehen hat oder wie der Titel lauten soll. Sicherlich, Verlage haben mehr Erfahrung als eine angehende Autorin, aber ich mache diese Erfahrungen gerne selbst – Learning by Doing sozusagen.


Natürlich hatte ich keine Ahnung davon, dass mit der Veröffentlichung die Arbeit erst richtig losgehen würde. Denn von allein verkauft sich ein Buch nicht, auch nicht bei Amazon.

Amazon puscht die Neuerscheinungen etwas, will daran aber auch verdienen. Mit der Zeit ist man gezwungen, Werbung zu schalten. Dann wird das eigene Buch als gesponsertes Produkt gekennzeichnet – also man zahlt dafür, dass es sichtbar bleibt.


Andererseits bekommt man von Amazon exakte Daten zu verkauften Büchern und gelesenen Seiten in Kindle Unlimited, und zwar stundenweise. So behält man den Überblick. Ich habe gehört, dass Verlage die Verkaufszahlen im Quartal oder aber auch nur zweimal im Jahr bekanntgeben. Das wäre für mich undenkbar. Ich will meine Werbemaßnahmen selbst steuern und auch sehen, ob sie greifen. Ich will sehen, ob mein Buch gekauft und gelesen wird. Die Ungewissheit würde mich verrückt machen.


Die Preisgestaltung ist auch so eine heikle Sache. Verlage investieren und wollen zeitnah ihr Geld sehen. Deshalb fallen die Preise so hoch aus. Die Kalkulation steht und lässt keinen Spielraum zu.

Ich sehe es bei befreundeten Autoren, die in Verlagen veröffentlicht haben, wie so eine Preisgestaltung ein Buch vernichten kann. Warum sollte ein/e Leser/in viel Geld für einen Newcomer ausgeben, wenn es genügend Bücher in guter Qualität für weniger Geld gibt? Selfpublisher wissen auch, dass ein Lektorat und eine professionelle Buchgestaltung verkaufsfördernd sind.

Wenn man diese Leistungen in Anspruch nimmt, hat man natürlich die gleichen Ausgaben wie ein Verlag auch. Im Gegensatz zu einem Verlag habe ich jedoch Zeit abzuwarten und zu hoffen, dass sich meine Investitionen in den folgenden Jahren auszahlen werden.


Leider glauben immer noch viele – Autoren wie auch Leser –, wenn ein Buch im Verlag erscheint, ist es mehr wert als das eines Selfpublishers. Falsch! Ich habe schon Verlagsbücher gelesen, bei denen ich über die schlechte Umsetzung echt staunen musste.

Hier spielt natürlich eine Rolle, ob es sich um einen renommierten Verlag handelt oder nur um einen Kleinverlag, der ums Überleben kämpft und sich keine guten Lektoren leisten kann oder will. Damit will ich nicht sagen, dass alle Kleinverlage schlecht sind, es gibt hervorragende Kleinverlage. Es ist oft sogar so, dass gerade die Kleinverlage sich verstärkt für die Neuautoren einsetzen. Meistens umwerben und promoten Großverlage verstärkt ihre erfolgreichen Autoren, und von den Anfängern verlangen sie, dass sie selbst etwas für Werbung tun.


Dazu kommen auch noch die Wartezeiten bei einem Verlag. Verlage sind oft auf Jahre ausgebucht und um in das Verlagsprogramm aufgenommen zu werden, muss ein Neuautor einerseits dazu passen und andererseits einen Menge Zeit und Geduld mitbringen. Wer hat schon Lust, so lange zu warten? Ich jedenfalls nicht. Mein Buch war fertig und wollte unbedingt raus. Keinen Tag länger hätte ich warten können. Ich war gespannt auf das Feedback und bekam auch schnell einen Dämpfer verpasst. Aber dazu mehr in meinem nächsten Beitrag über die Rezensionen.


Zur Info: Jedes Jahr kommen etwa 130.000 neue Bücher heraus: 60.000 im Verlag und 70.000 in Selfpublishing.

Amazons Datenbank umfasst an die 3 Millionen Titel. Wenn man das bedenkt, ist ein Rang unter 10.000 gar nicht mal so schlecht. :o)

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